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Acht Stufen des Raja Yoga

sowie grundlegende Überlegungen zur Meditation

Acht Stufen des Raja Yoga'Konzentration verlangt die Ausrichtung des Bewußtseins auf einen einzigen Gedanken. Sie schafft Ruhe, Heiterkeit und Festigkeit des Geistes und hält den Fluß der Gedanken zusammen, die sich in einem Punkt, dem Objekt der Meditation (lakshya) treffen.' (Swami Sivananda)

Vor der Konzentration (Dharana) steht die Aufmerksamkeit. Dabei spielt die Abwesenheit von Gedanken noch keine Rolle. Sobald die zerstreuenden Gedanken bemerkt werden, kommt man zum gewählten Objekt der Aufmerksamkeit zurück (Pratyahara). Als Objekt der Aufmerksamkeit wählt man, was den Geist erhebt und läutert, beispielsweise: Gottes-Bildnisse, Natur, Chakras ...

Aufmerksamkeitstraining führt irgendwann zu Konzentration (Dharana).

Acht Stufen des Raja YogaKonzentration beschreibt einen ununterbrochenen Strom von Aufmerksamkeit auf das gewählte Objekt.

'Man soll langsam und regelmäßig die Übungen der Konzentration beginnen. Am Anfang muß man seinen Gedanken gut zureden, als seien sie unwissende Kinder. Zu Beginn wird es sehr schwer sein, das Bewußtsein auf einen Gedanken allein zu richten. Man muß versuchen, die Zahl der Gedanken allmählich zu vermindern und das Denken auf einen Gegenstand auszurichten. (...) Konzentration ist für Menschen die hungern oder an einer schweren Krankheit leiden schwer zu praktizieren.' (Swami Sivananda)

Aufmerksamkeit ist leichter zu erreichen, wenn das Objekt sehr beeindruckend und interessant ist. Die Bündelung des Interesses macht es leichter, die Alltagsgedanken, Leidenschaft, Begierden, Wünsche und weitere Ablenkungen zu überwinden.

Die beschriebenen Ablenkungen und Störungen machen es notwendig, die Persönlichkeit einer Reinigung zu unterziehen. Hierzu müssen Körper, Geist und das Herz gebändigt werden, um Wünsche, Begierden etc. zu beruhigen. Sie sind es, die den Geist beschäftigt halten und seine Ausrichtung nach außen von einen Wunsch auf den nächsten ziehen. Dies ist der Zustand eines zerstreuten Geistes.

'Die Konzentration nimmt zu, wenn Wünsche und Begierden nachlassen, wenn man ein oder zwei Stunden lang in Schweigen (mauna) verbleibt oder wenn man täglich ein bis zwei Stunden in einem abgeschiedenen Raum verbringt, wenn man die Kontrolle des Atems (pranayama) übt, wenn man betet oder die Zahl der täglichen Meditationssitzungen erhöht, wenn man Unterscheidung (vichara) übt. Konzentration wird zunehmen, wenn die Zahl der Gedanken abnimmt' (Swami Sivananda)

'Im Bewußtsein liegt eine Kraft, die nach Außen, zum Gegenständlichen, drängt und zur Vermischung mit der äußeren Welt führt. Durch anhaltende geistige Übung (sadhana) müssen die Gedanken von außen fort, zum inneren Brahman (Göttlichen), zu ihrer ursprünglichen Heimat, hingeführt werden.' (Swami Sivananda)

Der geistige Pfad ist ein schrittweiser, der nach Patanjali in 8 Stufen gegliedert werden kann:

Yama - Äußere Regeln und Disziplin / Enthaltung von dem, was Schaden zufügt / Regeln für den Umgang mit anderen

  • Gewaltlosigkeit (Enthaltung von dem, was anderen Schaden zufügt)
  • Wahrhaftigkeit (Enthaltung von Falschheit)
  • Nicht Stehlen
  • Reiner Lebenswandel (Enthaltung von Zügellosigkeit)
  • Enthaltung von Habgier und Bestechlichkeit

Niyama - Innere Regeln und Disziplin / Lebenseinstellung

  • Reinheit
  • Zufriedenheit
  • Askese / Disziplin
  • Studium (der Schriften)
  • Hingabe an Gott

Asana - Körperstellungen

  • Gesundheit
  • Stabilität in den Stellungen
  • Körperliche Ausgeglichenheit
  • Entspannung
  • Vorbereitung auf die Meditation

Pranayama - Atemübungen / Übungen zur Energielenkung

  • Atemkontrolle
  • Ausgeglichenheit
  • Energielenkung
  • Energieaufbau (Erhöhung des Energielevels)

Pratyahara - Zurückziehen der Sinne

  • Gedankenlenkung
  • Gedanken von äußeren Reizen lösen
  • Entspannter Umgang mit Störungen
  • Übergang von körperbezogenem Yoga in Meditation

Dharana - Konzentration

  • Aufmerksamkeit auf ein gewähltes Objekt ausrichten
  • 12 Sekunden auf einem Punkt verweilen = Konzentration

Dhyana - Meditation

  • Tief entspannter, bewußter Zustand
  • Ein kontinuierlicher Strom von Gedanken hin zu Gott
  • 12 mal 12 Sekunden ununterbrochener Ausgerichtetheit = Meditation

Samadhi - Erwachen

  • Gefühle und Gedanken ausdrücken und  akzeptieren
  • Verhaftungslosigkeit
  • Gedankenlosigkeit
  • 12 mal 12 mal 12 Sekunden = Erfahren des All-Eins
  • Verlust des Ichbewußtseins

Ist man in der Lage seine Gedanken einwärts zu richten und so zu halten, dann resultieren hieraus eine Reihe von positiven Effekten:

Verminderung von Unruhe, vertieftes Denken und Gedankenklärung. Klarheit und geistige Bündelung und daraus resultierende Bestimmtheit.

Setzt man die Praxis fort und läßt daraus eine regelmäßige Meditationspraxis entstehen, so erwachsen hieraus weitere positive Veränderungen.

Zeichen für Fortschritte in der Meditation:

  • Frieden und Freude, die nicht von äußeren Umständen abhängig sind
  • Zufriedenheit, Hoffnungsfreudigkeit, Geduld
  • Stille der Gedanken
  • Ruhige Stimme und Ausstrahlung
  • Leichter, durchlässiger Körper
  • Furcht- und Wunschlosigkeit

'Für den menschlichen Geist gibt es keine Grenzen. Je stärker die Gedanken sich konzentrieren, um so mehr Kraft vermag er auf einen Punkt einzusetzen. Sinn des menschlichen Lebens ist die Sammlung der zerstreuten Gedanken und ihre Konzentrierung auf Gott.' (Swami Sivananda)

Literatur:       

Swami Prabhavananda und Christopher Isherwood - Gotterkenntnis , Ullstein Verlag

Swami Janakananda - Yoga, Tantra und Meditation im Alltag, Bindu Verlag

Swami Sivananda - Meditation und Konzentration, Yoga Vidya Verlag

Sukadev Bretz - Die Yogaweisheit des Patanjali für Menschen von heute, Vianova Verlag  

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